Ob sich ein Balkonkraftwerk rechnet, hängt von wenigen Größen ab: Anschaffungspreis, Jahresertrag, Eigenverbrauchsanteil und Strompreis. Diese Seite zeigt dir den Rechenweg und die Kostenblöcke – mit ausdrücklich beispielhaften Annahmen, damit du die Rechnung mit deinen eigenen Zahlen nachvollziehen kannst. Aktuelle Preise findest du bei den verlinkten Produkten und im Handel; feste Beträge nennen wir im Text bewusst nicht.
Die Gesamtkosten setzen sich aus Modulen, Wechselrichter, Halterung, Kabeln und Steckverbindern zusammen. Komplettsets bündeln diese Komponenten; wer einzeln kauft, sollte Versandkosten und Zubehör wie Y-Adapter oder Verlängerung einrechnen. Auf alle Komponenten fällt seit 2023 keine Umsatzsteuer an (siehe 0 % Mehrwertsteuer), was den Vergleich zwischen Händlern vereinfacht.
Zusätzliche Posten entstehen nur bei Bedarf: eine Einspeisesteckdose durch einen Elektrofachbetrieb, falls du keine Schuko-Lösung möchtest; ein Speicher, der die Investition deutlich erhöht; oder eine besondere Halterung für Fassade oder Flachdach. Laufende Kosten sind minimal – gelegentliche Reinigung und der Standby-Verbrauch des Wechselrichters. Eine Versicherung ist meist über bestehende Policen abgedeckt (siehe Versicherungen).
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Der Jahresertrag hängt von Modulleistung, Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Standort ab. Als grobe Orientierung gilt: Eine gut ausgerichtete, unverschattete Anlage erzeugt in Deutschland pro Kilowatt-Peak Modulleistung im Jahr einige hundert Kilowattstunden – im Norden weniger als im Süden, bei Ost- oder Westausrichtung oder senkrechter Montage am Geländer deutlich weniger als bei geneigter Südausrichtung. Für deinen Standort liefert der Ertragsrechner eine Schätzung; wie er rechnet, erklärt die Methodik-Seite.
Der zweite Hebel ist der Arbeitspreis deines Stromtarifs in Cent pro Kilowattstunde – er steht auf deiner Stromrechnung. Nur der Anteil des Solarstroms, den du selbst verbrauchst, spart diesen Preis; eingespeister Überschuss bringt in der Praxis nichts oder nur wenige Cent (siehe Einspeisevergütung). Deshalb ist der Eigenverbrauchsanteil so wichtig: Wer tagsüber zu Hause ist oder Verbraucher in die Mittagszeit legt, kommt auf deutlich höhere Werte als ein Berufstätigen-Haushalt mit leerer Wohnung am Mittag.
Die einfache (statische) Amortisation berechnest du so: Jährliche Ersparnis = Jahresertrag × Eigenverbrauchsanteil × Strompreis, anschließend Amortisationszeit = Anschaffungskosten ÷ jährliche Ersparnis. Beispielrechnung mit frei gewählten Annahmen, keine Messwerte: Angenommen, eine Anlage erzeugt 700 kWh im Jahr, davon werden 60 % selbst verbraucht und der Strompreis beträgt 0,35 €/kWh. Dann spart sie 700 × 0,6 × 0,35 = 147 € pro Jahr. Kostet sie 600 €, liegt die Amortisation bei rund vier Jahren; kostet sie 900 €, bei gut sechs Jahren. Mit anderen Annahmen ändert sich das Ergebnis entsprechend – setze deine eigenen Zahlen ein.
Der Rentabilitätsrechner erweitert diese Rechnung um Strompreissteigerung, Betrachtungszeitraum und Abzinsung. Wichtig ist die Sensitivität: Halbiert sich der Eigenverbrauchsanteil, verdoppelt sich die Amortisationszeit. Steigt der Strompreis, verkürzt sie sich. Weil Module viele Jahre halten, bleibt nach der Amortisation ein langer Zeitraum, in dem die Anlage netto spart – das ist das eigentliche wirtschaftliche Argument, nicht eine vermeintlich zweistellige „Rendite“.
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Module verlieren mit den Jahren langsam Leistung; Hersteller geben dafür Leistungsgarantien über lange Zeiträume an (siehe Degradation & Lebensdauer). Der Wechselrichter ist das Bauteil mit der kürzeren Lebenserwartung; ein Ersatz nach vielen Betriebsjahren sollte in einer vorsichtigen Rechnung eingeplant werden. Wartung beschränkt sich auf Sichtkontrolle und Reinigung.
Bei Umzug lassen sich Balkonkraftwerke einfach abbauen und mitnehmen; auch ein Verkauf ist möglich, wobei der Restwert von Alter und Technikstand abhängt. Förderungen können die Rechnung verbessern, sind aber selten und befristet – prüfe deine Kommune (siehe Kommunale Fördertöpfe), verlasse dich aber in der Kalkulation nicht darauf. Ein Speicher verlängert die Amortisation in der Regel, weil er die Investition stärker erhöht als die zusätzliche Ersparnis; wann er trotzdem sinnvoll ist, zeigt Speichergröße berechnen.