Seit dem 1. Januar 2023 fällt auf die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen bis 30 Kilowatt-Peak auf oder in der Nähe von Wohngebäuden keine Umsatzsteuer mehr an. Balkonkraftwerke profitieren vollständig davon. Diese Seite erklärt die Rechtsgrundlage, den Geltungsbereich und die praktischen Folgen – ohne erfundene Beispielpreise.
Die Regelung steht in § 12 Abs. 3 UStG und wurde mit dem Jahressteuergesetz 2022 eingeführt. Sie gilt für Solarmodule inklusive der für den Betrieb wesentlichen Komponenten – also Wechselrichter, Halterung, Anschlussleitungen – sowie für Speicher, die den erzeugten Strom aufnehmen, und für die Installation. Voraussetzung ist, dass die Anlage auf oder in der Nähe einer Privatwohnung, eines Wohngebäudes oder eines dem Gemeinwohl dienenden Gebäudes installiert wird. Bei Anlagen bis 30 Kilowatt-Peak gilt diese Voraussetzung als erfüllt, sodass du nichts nachweisen musst.
Für Balkonkraftwerke bedeutet das: Der Händler stellt die Rechnung mit 0 % Umsatzsteuer aus, du zahlst den Nettopreis und musst nichts beantragen. Die Regelung ist nicht befristet. Angaben wie „gilt bis Ende 2025“ oder ähnliche Fristen, die in älteren Texten kursieren, treffen nicht zu. Die EU-Mehrwertsteuerrichtlinie erlaubt den Mitgliedstaaten diesen Nullsteuersatz ausdrücklich.
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Begünstigt sind alle Bestandteile, die für den Betrieb der Anlage wesentlich sind: Module, Wechselrichter, Montagesystem, Kabel und Stecker, Energiemanagement-Komponenten der Anlage sowie ein mitgelieferter oder nachgekaufter Speicher. Auch der Austausch eines defekten Wechselrichters oder der Nachkauf eines zusätzlichen Moduls für dieselbe Anlage fällt unter den Nullsteuersatz, wenn der Händler das entsprechend abrechnet.
Nicht begünstigt sind eigenständige Geräte, die nicht zur PV-Anlage gehören – etwa eine Wallbox, ein Smart-Home-Hub oder Verbraucher wie Steckdosenleisten –, außerdem reine Dienstleistungen ohne Anlagenbezug. Bei gemischten Bestellungen muss der Händler die Positionen sauber trennen. Wenn ein Elektrofachbetrieb eine Einspeisesteckdose setzt, ist diese Installationsleistung begünstigt, wenn sie im Zusammenhang mit der Anlage erbracht wird.
Vor 2023 verzichteten manche Betreiber auf die Kleinunternehmerregelung, um sich die beim Kauf gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer erstatten zu lassen – verbunden mit Umsatzsteuererklärungen und der Pflicht, den Eigenverbrauch zu versteuern. Dieser Umweg ist durch den Nullsteuersatz überflüssig geworden: Es gibt keine Umsatzsteuer mehr, die man sich zurückholen könnte.
Als Betreiber eines Balkonkraftwerks bleibst du in aller Regel Kleinunternehmer nach § 19 UStG, weil die Umsätze – wenn überhaupt Einspeisevergütung fließt – weit unter der Grenze liegen. Du brauchst keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und gibst keine Umsatzsteuererklärung ab. Eine Anmeldung beim Finanzamt ist für den reinen Eigenverbrauch nicht erforderlich; Details zur Einkommensteuer stehen unter Steuerfragen.
➡️ Anschaffungskosten und Amortisation einordnen
Achte darauf, dass die Rechnung den Nullsteuersatz ausweist und die Lieferung als Photovoltaikanlage beziehungsweise Komponente erkennbar ist – Förderstellen verlangen häufig genau diese Rechnung. Der Nullsteuersatz greift nur bei Lieferung durch ein Unternehmen; beim Privatkauf gebrauchter Module fällt ohnehin keine Umsatzsteuer an.
Vergleiche Angebote immer auf Basis des Endpreises inklusive Versand und Zubehör – der Nullsteuersatz gilt für alle Händler gleich, sodass die Werbung „0 % MwSt“ kein Alleinstellungsmerkmal ist. Wer die Anlage später weiterverkauft, tut das als Privatperson ohne Umsatzsteuer. Wie sich der Kaufpreis auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt, zeigt die Seite Anschaffungskosten & ROI.