Unser Ertragsrechner liefert in Sekunden eine Schätzung für Jahresertrag, Ersparnis und Amortisationszeit. Damit Sie das Ergebnis richtig einordnen können, erklärt diese Seite, welche Rechenlogik dahintersteckt, welche Eingaben besonders wirken – und wo die Grenzen einer solchen Schätzung liegen.
Der Rechner ermittelt den Jahresertrag nach dem Prinzip: Modulleistung in Kilowatt-Peak, multipliziert mit der Globalstrahlung Ihres Standorts in Kilowattstunden pro Kilowatt-Peak, multipliziert mit einem Ausrichtungsfaktor und einem Verschattungsfaktor, abzüglich rund zehn Prozent Systemverlusten für Kabel, Wechselrichter-Wirkungsgrad und Verschmutzung. Die Standort-Globalstrahlung ist voreingestellt und orientiert sich grob an der Lage in Deutschland: rund 900 kWh/kWp im Norden, etwa 1.050 kWh/kWp in der Mitte und bis zu 1.150 kWh/kWp im Süden. Aus dem berechneten Jahresertrag in Kilowattstunden und Ihrem eingegebenen Strompreis ergibt sich die jährliche Ersparnis, aus dieser wiederum die Amortisationszeit gegenüber dem hinterlegten Set-Richtpreis.
Die Ausrichtung hat einen der größten Hebel auf das Ergebnis: Der Rechner setzt Südausrichtung mit 100 Prozent an, Ost- oder West-Ausrichtung mit rund 88 Prozent und Nordausrichtung mit etwa 72 Prozent des Südwerts. Ausführliche Hintergründe zur optimalen Ausrichtung liefert Ausrichtung & Neigungswinkel. Die Verschattung wirkt linear: Ein Verschattungsanteil von 20 Prozent senkt den berechneten Ertrag direkt um 20 Prozent. In der Praxis ist Verschattung oft ungleichmäßig über den Tag verteilt, sodass der eingegebene Wert immer eine grobe Schätzung des Betreibers bleibt, keine exakte Messung.
Der Rechner arbeitet mit vereinfachten Durchschnittswerten für Globalstrahlung und einer pauschalen Verlustannahme von zehn Prozent. Reale Anlagen weichen davon ab – durch tatsächliche Wetterjahre, Modultemperatur, Verschmutzung, individuelle Verschattungssituationen im Tagesverlauf und die Effizienz des konkret verbauten Wechselrichters. Auch der hinterlegte Set-Richtpreis für die Amortisationsberechnung ist ein Platzhalter und entspricht nicht zwingend dem tatsächlich gezahlten Preis Ihres Sets. Das Ergebnis eignet sich deshalb hervorragend zur Einordnung und zum Vergleich verschiedener Szenarien, nicht aber als exakte Ertragsgarantie.
Der häufigste Eingabefehler ist eine zu optimistische Verschattungsangabe – wer Verschattung durch Nachbargebäude, Bäume oder Dachüberstände unterschätzt, erhält ein zu positives Ergebnis. Auch die Globalstrahlung wird oft unverändert auf dem Standardwert belassen, obwohl der eigene Standort deutlich davon abweichen kann. Bei der Modulleistung sollte die tatsächliche Wp-Angabe des Datenblatts verwendet werden, nicht ein gerundeter Marketingwert. Wer mehrere Module mit unterschiedlicher Ausrichtung betreibt, etwa an einer Ecklage, sollte den Rechner für jede Ausrichtung separat durchspielen und die Ergebnisse addieren, statt einen Mittelwert zu schätzen.
Ein Beispiel: 2 Module mit je 430 Wp ergeben 860 Wp Gesamtleistung, also 0,86 kWp. Bei einer Globalstrahlung von 1.050 kWh/kWp, Südausrichtung (Faktor 1,0) und 5 Prozent Verschattung (Faktor 0,95) sowie 10 Prozent Systemverlusten (Faktor 0,90) ergibt sich: 0,86 × 1.050 × 1,0 × 0,95 × 0,90 ≈ 772 kWh im Jahr. Bei einem Strompreis von 38 Cent pro Kilowattstunde entspricht das einer Ersparnis von rund 293 Euro jährlich. Genau nach diesem Prinzip rechnet der Rechner jede Eingabe live durch.
Mit diesem Hintergrundwissen lässt sich das Ergebnis des Rechners realistisch einordnen. Für eine erste Schätzung der Wirtschaftlichkeit über die reine Ertragsberechnung hinaus lohnt zusätzlich ein Blick in den Rentabilitätsrechner sowie den Neigungs-/Ausrichtungsrechner zur Feinjustierung der Montageposition.